{"id":3803,"date":"2020-05-18T17:58:54","date_gmt":"2020-05-18T15:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.struhal.com\/?p=3803"},"modified":"2025-02-17T18:00:56","modified_gmt":"2025-02-17T17:00:56","slug":"deutsch-rede-anlasslich-der-verleihung-des-wurdigungspreises-juni-2000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/2020\/05\/18\/deutsch-rede-anlasslich-der-verleihung-des-wurdigungspreises-juni-2000\/","title":{"rendered":"Rede anl\u00e4sslich der Verleihung des W\u00fcrdigungspreises der Bundesministerin f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Kultur im Juni 2000"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor zwei Tagen, am 16. Mai 2020, hielt Bundespr\u00e4sident Van der Bellen eine Rede, die auch die momentane Lage der K\u00fcnstlerInnen und Kulturschaffende ber\u00fccksichtigte: [&#8230;] &#8222;Mir ist es daher wichtig, die Kunst und Kultur als Wert an sich zu betonen &#8211; und auch als Wert f\u00fcr uns, f\u00fcr das Publikum. [&#8230;]&#8220; <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ZeitimBild\/photos\/a.381568636877\/10158284209491878\/?type=3&amp;theater\">Auszug der Rede des BP<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Seine Worte ber\u00fchrten mich in dieser augenblicklich schwierigen Situation; und erinnerten mich an eine Rede, die ich im Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Kultur im Juni 2000 hielt<\/strong><\/p>\n<p><strong> Die Vorgeschichte: vor zwanzig Jahren erhielt ich f\u00fcr mein mit Auszeichnung beschlossenes Studium Klavier Konzertfach (J\u00e4nner 2000) unter anderem den W\u00fcrdigungspreis des damaligen Bundesministeriums f\u00fcr Bildung Wissenschaft und Kultur, verliehen von der\u00a0damaligen\u00a0Bundesministerin Elisabeth Gehrer im Rahmen einer Feier f\u00fcr\u00a0s\u00e4mtliche\u00a0W\u00fcrdigungspreistr\u00e4gerInnen der Kunstuniversit\u00e4ten des Studienjahres im Juni 2000. \u00a0Ich machte mir damals auch gewisse Sorgen um die Zukunft der Kunst und Kultur.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pianist und o. Prof. Heinz Medjimorec, damals Institutsvorstand des Instituts 4 (Tasteninstrumente\/Podium), inzwischen emeritiert, hatte mich vorab gefragt, ob ich im Namen aller Preistr\u00e4gerInnen der Kunstuniversit\u00e4ten im Rahmen der Verleihung die Dankesrede halten wollte. Ich f\u00fchlte mich sehr geehrt, f\u00fcr die MDW und alle \u00fcbrigen Preistr\u00e4gerInnen zu sprechen, \u00fcberlegte dennoch ein wenig (politische\u00a0Situation), sagte dann zu. Es war damals eine gro\u00dfe Veranstaltung, an der viele Preistr\u00e4gerInnen zusammenkamen, auch zwei meiner Klavier-Studienkollegen und inzwischen gesch\u00e4tzten Kollegen an der MDW waren dabei und wurden ebenfalls mit dem Preis gew\u00fcrdigt: Christoph Eggner und Albert Sassmann.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich bringe hier den Text genauso, wie ich die Rede damals im Juni 2000, vor zwanzig Jahren, hielt (im Anschluss auch nochmals abgetippt), auch mit den ad hoc Erg\u00e4nzungen, die ich als Reaktion auf die Vorrede der Bundesministerin w\u00e4hrend ihrer Rede einarbeitete (Bundesministerin Gehrer richtete in ihrer W\u00fcrdigung der Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger den Fokus gro\u00dfteils darauf, dass die Kunst und Kultur f\u00fcr \u00d6sterreich sehr wertvoll sei, weil sie den Wirtschaftsstandort \u00d6sterreich und die unterschiedlichen Wirtschaftsregionen innerhalb des Landes aufwerte und deshalb eine gro\u00dfe Bedeutung habe.):<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8090.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3785 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8090-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"707\" height=\"707\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8091.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3784 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8091-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"714\" height=\"714\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Verehrte Frau Bundesministerin, verehrte Rektoren und Rektorenstellvertreter der Kunstuniversit\u00e4ten, liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich wurde mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut, mich im Namen aller f\u00fcr die an uns verliehenen W\u00fcrdigungspreise zu bedanken.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jeder einzelne von uns wurde von einem Fachgremium f\u00fcr die jeweilige Leistung, die wir im Rahmen unserer Abschlusspr\u00fcfungen oder \u00a0-arbeiten erbracht haben, ausgezeichnet. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich sehe es als eine sch\u00f6ne Geste dieses Bundesministeriums an, unsere Leistungen \u00fcberdies mit einem W\u00fcrdigungspreis zu bedenken. Diese Geste zeigt n\u00e4mlich, da\u00df man uns Kunstuniversit\u00e4tsabsolventen Aufmerksamkeit entgegenbringt und uns unterst\u00fctzen will.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jeder von uns hat sich vor Jahren f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Richtung entschieden, oder ist einem inneren Ruf gefolgt, in meinem Fall war&#8217;s die Musik und das Klavier. Und wir haben uns in der Folge unserer jeweiligen Kunst in einem Ausma\u00df gewidmet, das uns jetzt zu wirklichen K\u00f6nnern in unseren F\u00e4chern werden lie\u00df. Wenn wir ausgezeichnet wurden und heute gew\u00fcrdigt werden, zeigt das, da\u00df unsere Arbeit Beachtung findet. So denke ich verdienen auch diejenigen Dank von uns, die uns w\u00e4hrend unseres Studiums unterst\u00fctzt, uns vielleicht auch geleitet und vor allem den Glauben an uns gehabt haben, da\u00df wir gro\u00dfe Leistungen erbringen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir alle haben eine gewisse Verantwortung \u00fcbernommen, ein kreatives Potential auszusch\u00f6pfen, das f\u00fcr andere erkenntnisreich, am\u00fcsant, bildend, unterhaltsam und vielleicht auch nichtssagenden sein kann, aber damit werden wir bisweilen auch leben m\u00fcssen; wir haben eine Verantwortung \u00fcbernommen, ganz einfach zu sagen, zu spielen oder zu bilden, was wir sagen, spielen oder bilden wollen, weil es uns ein Anliegen ist; und das m\u00fcssen wir in der h\u00f6chsten Qualit\u00e4t tun, zu der wir in der Lage sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle auch etwas ansprechen, was bisher noch nicht zur Sprache gekommen ist;<\/strong><\/p>\n<p><strong>ich bin dankbar f\u00fcr die hervorragende Ausbildung, die mir hier in Wien zuteil geworden ist, und f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines Auslandsstudiums, das ich im Rahmen des Ersamusprogrammes absolvieren konnte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich hoffe, da\u00df darauf geachtet wird, da\u00df sich in Zukunft an den Konditionen und Chancen dieser Ausbildung in unseren Bereichen im Rahmen diverser Reformen nichts zum Nachteil \u00a0der Studierenden entwickelt. Denn den Nachkommenden w\u00fcnsche ich zumindest dieselben M\u00f6glichkeiten und Aussichten wenn nicht mehr&#8230;.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Damit die Musiklandschaft und generell die Kulturlandschaft in \u00d6sterreich eine hohe Qualit\u00e4t aufweisen kann, brauchen wir nicht nur hervorragende Musiker und K\u00fcnstler im Allgemeinen &#8211; und Talente gibt es mit Sicherheit mehr als genug -, sondern auch ein offenes und unvoreingenommenes Publikum, das an der Musik und an der bildenden Kultur und darstellenden Kunst generell interessiert ist, das das Kulturgeschehen aufmerksam verfolgt und sich auch vor kritischer Auseinandersetzung damit nicht scheut. Ein solches Publikumsinteresse w\u00fcnsche ich allen hier anwesenden K\u00fcnstlern und \u00d6sterreich.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir haben gerade unser Studium beendet, somit liegt noch so viel mehr vor uns, wir haben eine Station in unserem Werdegang erfolgreich absolviert, aber wir werden auch weiterhin in einem fort unser K\u00f6nnen unter Beweis stellen m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>[hier sind handschriftliche Notizen eingef\u00fcgt; sie beinhalten eine ad hoc Reaktion auf die vorhergehende Rede der Bundesministerin wie folgt, kursiv]<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Erg\u00e4nzend m\u00f6chte ich zur Rede der Frau Bundesministerin hinzuf\u00fcgen: die Kunst hat einen Wert an sich, g\u00e4nzlich unabh\u00e4ngig davon, ob sie einen Wirtschaftsstandort repr\u00e4sentativer macht \u00a0oder nicht. Die Kunst steht f\u00fcr sich, als etwas Sch\u00f6nes, etwas Notwendiges und vieles mehr. \u00a0Die Kunst ist deshalb enorm wichtig f\u00fcr das Land, das Land profitiert von der Kunst. \u00a0Es liegt an uns, diesen Wert zu vertreten und zu vermitteln.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich danke im Namen aller f\u00fcr diesen W\u00fcrdigungspreis, denn ich w\u00fcnsche mir, da\u00df er ein Zeichen daf\u00fcr ist, da\u00df man auch weiterhin von dieser Seite mit Aufmerksamkeit und Anteilnahme verfolgen wird, was wir machen, in uns Vertrauen setzen und nicht nur an uns, sondern vor allem uns und unserer Kunst glauben wird.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vielen Dank.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>\u00a9 Gerda Struhal, Juni 2000<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die handschriftliche Notizen im Manuskript waren Grundlage f\u00fcr jene Ad Hoc Stellungnahme zur vorangehenden Rede der Bundesministerin Gehrer :<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8092-e1589718972455.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-3783 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8092-e1589718972455-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8092-e1589718972455-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8092-e1589718972455-70x70.jpg 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Stichworte:<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;-&gt; Kunst ist wichtig, abgesehen von Entwicklung eines [?] Verst\u00e4ndnis [ich schrieb auf den Knien, sehr schnell bei der Rede der Bundesministerin mit, auch f\u00fcr mich ist dieses Wort heute, 20 Jahre sp\u00e4ter, unleserlich ;-)]<\/strong><\/p>\n<p><strong>-&gt; von allem abkoppeln-&gt; ohne Abh\u00e4ngigkeit-&gt; Kunst ist was Sch\u00f6nes, was Notwendiges, etc,&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>x Lernerfolg steigern<\/strong><\/p>\n<p><strong>wirtschaftlicher Standort repr\u00e4sentativer &#8211; unabh\u00e4ngig f\u00fcr sich stehend- Wert &#8211; es liegt an uns diesen Wert zu vertreten und zu vermitteln&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8096-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-3797 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.struhal.com\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_8096-2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Tagen, am 16. Mai 2020, hielt Bundespr\u00e4sident Van der Bellen eine Rede, die auch die momentane Lage der K\u00fcnstlerInnen und Kulturschaffende ber\u00fccksichtigte: [&#8230;] &#8222;Mir ist es daher wichtig, die Kunst und Kultur als Wert an sich zu betonen &#8211; und auch als Wert f\u00fcr uns, f\u00fcr das Publikum. [&#8230;]&#8220; Auszug der Rede des<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3798,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,1],"tags":[375,376,394],"class_list":["post-3803","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog","category-news","tag-gerda","tag-struhal","tag-wurdigungspreis"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3803"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3982,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3803\/revisions\/3982"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struhal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}